Meiner Erfahrung nach unterscheidet sich die Spielweise in Dänemark enorm von der deutschen Spielweise. Das dänische Spiel ist viel schneller und körperbetonter. Aber auch die Bedingungen in den beiden Ländern unterscheiden sich erheblich.
So war es uns in Deutschland verboten Harz zu benutzen, da der Hausmeister sich (verständlicherweise) um seine Halle sorgte. Ich brauchte hier in Dänemark fast 2 Monate bis ich den Ball wieder so platzieren konnte, wie ich ihn auch haben wollte- ganz zu schwiegen von den vielen Blasen an den Händen.
Auch sonst hatte ich am Anfang meine Probleme mit dem dänischen Handball. Vor allem konnte ich körperlich kaum mithalten und kassierte in meinen ersten Spielen zahlreiche Zwei-Minuten-Strafen, da ich permanent hinten dran hing und von meinen Gegenspielerinnen nur so umgerannt wurde. Ich konnte mich im Angriff bei einer 1gegen1 Situation so gut wie gar nicht durchsetzen. Und auch meine Würfe aus dem Rückraum waren leichte Beute für den gegnerischen Torwart. In der Abwehr gewann die gegnerische Kreisspielerin so gut wie jedes Duell gegen mich, und auch sonst war ich nicht gerade als Abwehrspezialist bekannt. Eine Besonderheit ist auch die offene Deckung der Flügelspieler- es soll verhindert werden, dass der Außenspieler den Ball bekommt. Auch diese Taktik ist natürlich kraftraubend.
Auch das Tempo bereitete mir einige Probleme. In Deutschland konnte ich ohne Probleme 2 Spiele hintereinander durchspielen und war vor allem durch Konter erfolgreich, doch jetzt hatte ich Mühe 20min durch zu halten. Hier wird jeder Angriff mit einem Konter oder einer 2. Welle gestartet. Das beinhaltet natürlich auch, dass man schneller wieder zurück rennen muss. Auch das Positionsspiel ist viel schneller- der Ball läuft schneller durch die Reihen, die Spielzüge werden schneller gespielt, was das gesamte Spiel natürlich effektiver macht. Eine Besonderheit ist auch, dass wir kein Team-Time-Out nehmen können.